Passwort-Tools im Vergleich: OneTimeSecret, PrivateBin, Snappass & Encipher.Me
Ein sachlicher Vergleich statt Marketing: Wir betreiben Encipher.Me – und sagen bei jedem Werkzeug auch, wann es die bessere Wahl ist als unser eigenes.
Offenlegung
Encipher.Me ist unser eigenes Produkt – dieser Vergleich ist also nicht neutral. Wir halten ihn deshalb überprüfbar: Alle Angaben zu anderen Werkzeugen stammen aus deren offizieller Dokumentation und sind verlinkt, und zu jedem Werkzeug steht ausdrücklich dabei, wann es die bessere Wahl ist als Encipher.Me.
Die eine Frage, die den Unterschied macht
Alle vier Werkzeuge lösen dieselbe Aufgabe: ein Passwort so übertragen, dass es nicht dauerhaft in einem Postfach liegen bleibt. Sie unterscheiden sich in zwei Punkten – wo verschlüsselt wird und wer den Betrieb übernimmt. Alles andere folgt daraus.
Wird im Browser verschlüsselt (Encipher.Me, PrivateBin), erreicht der Klartext den Server nie und der Betreiber kann die Inhalte technisch nicht lesen. Wird auf dem Server verschlüsselt (OneTimeSecret, SnapPass), passiert der Klartext den Server – das schützt weiterhin gut gegen Datenbank-Diebstahl, verlagert aber einen Teil des Vertrauens auf den Betreiber. Beim Betrieb ist es umgekehrt: PrivateBin und SnapPass müssen Sie selbst hosten, Encipher.Me und OneTimeSecret sind sofort nutzbar.
Vergleichstabelle
| Encipher.Me | OneTimeSecret | PrivateBin | SnapPass | |
|---|---|---|---|---|
| Verschlüsselung erfolgt | Im Browser | Auf dem Server | Im Browser | Auf dem Server |
| Klartext erreicht den Server | Nein | Ja | Nein | Ja |
| Eigener Server nötig | Nein | Nein (gehostet) | Ja oder fremde Instanz | Ja |
| Ohne Setup sofort nutzbar | Ja | Ja | Nur über fremde Instanz | Nein |
| Quelloffen | Nein | Ja | Ja | Ja (MIT) |
| Serverstandort Deutschland | Ja (IONOS) | k. A. | Selbst bestimmt | Selbst bestimmt |
| AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO | Ja | k. A. | Selbst verantwortlich | Selbst verantwortlich |
| Zusätzlicher Passwortschutz | Ja (Argon2id) | Ja (Passphrase) | Ja | k. A. |
| Dateianhänge | Ja (mit Konto) | k. A. | Ja (standardmäßig aus) | Nein |
| Registrierung nötig | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Kosten | Kostenlos | Kostenlos + Bezahltarife | Kostenlos (zzgl. Hosting) | Kostenlos (zzgl. Hosting) |
„k. A." = nicht öffentlich dokumentiert bzw. von uns nicht verifizierbar. Stand: 30. Juli 2026. Quellen: onetimesecret.com, privatebin.info, github.com/pinterest/snappass.
Die Werkzeuge im Detail
OneTimeSecret
Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Funktionsumfang, sondern darin, wo verschlüsselt wird – und wer den Klartext theoretisch sehen kann.
Vergleich ansehenPrivateBin
PrivateBin ist technisch stark – der Unterschied liegt nicht in der Sicherheit, sondern in Betrieb und Verantwortung.
Vergleich ansehenSnapPass
SnapPass ist ein solides internes Werkzeug – wenn Sie es betreiben können. Encipher.Me braucht dafür gar keine Infrastruktur.
Vergleich ansehenHäufige Fragen
Welches Tool zum sicheren Übertragen von Passwörtern ist das beste?
Das hängt davon ab, ob Sie selbst hosten wollen. Wenn Sie eigene Infrastruktur betreiben und den Code prüfen möchten, sind PrivateBin (clientseitige Verschlüsselung, quelloffen) oder SnapPass (MIT-Lizenz, Python/Redis) die richtige Wahl. Wenn Sie sofort und ohne Setup ein Passwort verschicken müssen, ist ein gehosteter Dienst praktischer – dann ist die entscheidende Frage, wo verschlüsselt wird. Encipher.Me und PrivateBin verschlüsseln im Browser, OneTimeSecret und SnapPass auf dem Server.
Was bedeutet Zero-Knowledge bei Passwort-Tools konkret?
Zero-Knowledge heißt, dass die Verschlüsselung im Browser passiert und der Schlüssel den Server nie erreicht – üblicherweise, weil er im Fragment-Teil des Links hinter dem #-Zeichen steht, den Browser laut RFC 3986 nicht mitsenden. Der Betreiber speichert dann nur Chiffrat ohne passenden Schlüssel und kann die Inhalte technisch nicht lesen, selbst wenn er wollte. Wird stattdessen auf dem Server verschlüsselt, passiert der Klartext den Server und der Betreiber ist eine mögliche Schwachstelle – auch bei bester Absicht.
Welche Alternative hat einen Serverstandort in Deutschland?
Encipher.Me wird bei der IONOS SE in Deutschland betrieben, mit Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und deutschem Impressum. Bei PrivateBin und SnapPass bestimmen Sie den Standort selbst, wenn Sie selbst hosten – bei einer öffentlichen PrivateBin-Instanz hängt er vom jeweiligen Betreiber ab.
Ist Encipher.Me quelloffen?
Nein. OneTimeSecret, PrivateBin und SnapPass sind quelloffen, Encipher.Me ist es derzeit nicht. Wenn unabhängige Prüfbarkeit des Quellcodes für Sie eine harte Anforderung ist, sind diese drei die passendere Wahl. Teilweise von außen prüfbar bleibt unsere Architektur trotzdem: Da die Verschlüsselung im Browser läuft, können Sie im Entwicklerwerkzeug nachvollziehen, dass der Schlüssel im URL-Fragment bleibt und nie im Request erscheint.
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Betreiber: IT-Service M.Tichý, Berlin-Spandau (Impressum). Serverstandort Deutschland, Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO (Datenschutz). Zuletzt geprüft: 30. Juli 2026.
Keine Registrierung. Keine Software. Kein Tracking.